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Meistens werden defekte USB-Sticks einfach weggeworfen. Das gilt für Datenträger wie auch für WLAN-Sticks. Je nach Art des Defekts ist es durchaus möglich, WLAN- und USB-Sticks zu reparieren. Einen Versuch ist es wert, denn einen USB-Stick zu reparieren spart Geld und ist mit dem richtigen Werkzeug auch nicht kompliziert.

USB- und WLAN-Stick: USB-Stecker abgeknickt

Der häufigste Defekt ist rein mechanischer Natur. Durch ungeplante Krafteinwirkung ist der USB-Stecker des Sticks abgeknickt und hat nun einen Wackel- oder gar keinen Kontakt mehr. Der WLAN- bzw. USB-Stick wird vom Rechner daher nicht mehr erkannt. Den Stecker wieder zurückbiegen schafft meistens keine Abhilfe, sondern führt eher dazu, dass der Stecker komplett abbricht. Mit ein klein wenig Geschick kannst du deinen Stick reparieren, indem du einen neuen Stecker anbringst.

Bevor es losgeht, musst du prüfen, ob und wenn ja, wie dein WLAN- / USB-Stick geöffnet werden kann. Halte an der Nahtstelle Ausschau nach Stellen, die aussehen, als könnte auf der Innenseite eine Klemmverbindung sein. Mit einem kleinen Schraubenzieher kannst du versuchen, das Gehäuse an dieser Stelle aufzubekommen, indem du mit dem Schraubenzieher etwas Druck ausübst und vorsichtig versuchst, das Gehäuse aufzuhebeln.

Viele Gehäuse von USB-Sticks sind mit Schrauben verschlossen. Die Schrauben sind meistens versteckt unter kleinen Gummikuppen oder befinden sich unter einem robusten Aufkleber. Wenn du so etwas findest, entferne die Abdeckungen bzw. den Aufkleber. Jetzt brauchst du nur noch einen passenden Schraubenzieher und du kannst das Gehäuse öffnen.

Zum Vorschein kommt eine kleine Platine mit Speicherchips oder dem WLAN-Modul. An einem Ende siehst du die Kontakte, mit denen die Platine mit dem Stecker verbunden ist. Den Stecker kannst du entfernen, beispielsweise mit einem Messer oder einer kleinen Zange. Nun brauchst du natürlich einen neuen Stecker. USB-Stecker zum selbst löten gibt es im Internet oder in Elektronikfachgeschäften, die eben auch solche Ersatz- bzw. Bastelteile führen. Solche USB-Stecker sind nicht teuer und sind teils für unter zwei Euro zu bekommen. Achte nur darauf, dass du einen USB-Stecker vom gleichen Typ nimmst.

Nun kannst du versuchen, den neuen Stecker an die Kontakte zu löten. Mit etwas Geschick bekommst du es so hin, dass du das Gehäuse danach wieder so passgenau zusammensetzen kannst, dass der USB-Stecker fest und stabil sitzt.

Alternativ kannst du auch ein vieradriges Kabel nehmen und je ein Ende an die Kontakte und an den Stecker löten. Achte aber darauf, dass du nicht versehentlich zwei Adern vertauschst. Für einen USB-Stick ist das sicherlich aufgrund der physischen Belastung keine besonders gute Lösung. Sie reicht aber immerhin aus, um den USB-Stick zwecks Datenrettung an den PC anzuschließen. Gut geeignet ist diese Methode hingegen für die Reparatur von WLAN-Sticks. Diese sind ja meist stationär angeschlossen und werden nicht oft an- und abgestöpselt. Dem WLAN-Modul ist es auch egal, ob es nun fest mit dem Stecker verbunden ist oder ob es an einem Kabel hängt.

Die Reparatur führst du auf eigene Gefahr hin durch und es gibt keine Garantie, dass dein Stick danach wieder funktioniert, denn es kann ja noch etwas anderes kaputt sein. Aber es ist zumindest einen Versuch wert.

USB-Stick defekt: Daten retten

Besonders ärgerlich ist es, wenn der USB-Stick vom Computer erkannt wird, aber nicht richtig funktioniert. Dateien lassen sich nicht darauf speichern oder das wichtige Dokument ist auf dem USB-Stick nicht mehr zu finden. Vielleicht kommt auch die Meldung, dass das Dateisystem des Datenträgers fehlerhaft ist.

Unter Windows lässt sich dieser Fehler mit der Fehlerüberprüfung beheben. Du schließt deinen Stick an den PC an und öffnest den Explorer. Wenn der Stick erkannt wurde, siehst du ihn in der Laufwerksliste. Klicke mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk und klicke auf „Eigenschaften“. In dem neu geöffneten Fenster klickst du den Reiter „Tools“ an und klickst bei der Fehlerüberprüfung auf „Prüfen“.

Nun erscheint ein Dialogfeld mit unterschiedlichen Optionen. Dort stellst du ein, dass Windows das Laufwerk überprüfen und mögliche Fehler automatisch korrigieren soll. Dann startest du den Vorgang und mit etwas Glück kann Windows Fehler im Dateisystem finden und reparieren. Der USB-Stick sollte danach wieder wie gewohnt funktionieren.

Bei einem mechanischen Defekt wie dem Ausfall einer Speicherzelle schafft das leider keine Abhilfe. Das gilt auch für Datenrettungstools. Mit einem Datenrettungstool wie dem kostenlosen PCInspector kannst du versuchen, fehlerhafte, defekte oder gelöschte Dateien zu retten und auf deinem PC zu sichern. Häufig führt die Software selbst dann noch zum Erfolg, wenn der Stick von Windows nicht mehr erkannt wird.

Sollten die Tipps hier nicht zum Erfolg führen, liegt höchstwahrscheinlich ein mechanischer Defekt vor, der irreparabel ist. Wenn du wichtige Daten auf dem Stick gespeichert hast, die du unbedingt benötigst, dann kannst du dich noch an spezialisierte Datenretter wenden. Das ist die letzte und teuerste Option. Du solltest dich am besten an einen Datenrettungsservice wenden, der eine kostenlose Vorprüfung bzw. Analyse anbietet. Auch der beste Datenretter stößt irgendwann an seine Grenzen. Sollte dein USB-Stick so stark beschädigt sein, dass eine Datenrettung nicht mehr möglich ist, bezahlst du dann für diese Feststellung kein Geld.